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einbalsamierung

Die Tradition der Einbalsamierung in den USA

Das wichtigste auf einen Blick

Inhaltsverzeichnis

Wenn in den USA ein Todesfall eintritt, ist es oftmals üblich, den Verstorbenen einzubalsamieren. Das bedeutet, dass der Körper der verstorbenen Person konserviert wird, bevor die Bestattung oder die Einäscherung erfolgen. 

Für viele Amerikaner ist das mehr oder weniger Standard; in Deutschland dagegen bleibt Einbalsamierung meist die Ausnahme. Doch warum ist das so und worin liegen die Unterschiede?

Kein religiöser Zwang: Die Einbalsamierung als kulturelles Ritual

Entgegen mancher Vermutungen hat Einbalsamierung in den USA meist keinen religiösen Hintergrund. Vielmehr beruht sie auf praktischen Bedürfnissen, historischen Entwicklungen und der dort gelebten Trauer- und Erinnerungskultur.

Einige religiöse oder kulturelle Gemeinschaften lehnen die Einbalsamierung ab; Beispielsweise bestimmte Glaubensgemeinschaften, bei denen eine schnelle Beisetzung üblich ist. Für viele Amerikaner ist die Einbalsamierung jedoch schlicht Teil der normativen „funeral tradition“.

Der Ursprung der Einbalsamierung: Bürgerkrieg und Transport der Gefallenen

Die Praxis der modernen Einbalsamierung wurde in den USA im 19. Jahrhundert stark geprägt. Entscheidend hierfür waren geschichtliche Ereignisse wie der amerikanische Bürgerkrieg: Viele Soldaten starben weit entfernt von ihren Heimatorten und die Familien wünschten sich, ihre Angehörigen trotz der Entfernung heimführen zu lassen. Damit der Körper beim langen Transport erhalten blieb, wurde die Einbalsamierung populär.

Mit der erfolgreichen Rückführung von Gefallenen stieg die Akzeptanz der Einbalsamierung. Was zunächst mit Kriegsopfern begann, wurde bald zum festen Bestandteil der Bestattungskultur in den Vereinigten Staaten von Amerika. 

Warum die Einbalsamierung heute noch immer erfolgt

Die Einbalsamierung dient zum einen praktischen und zum anderen symbolischen Zwecken:

  • Sie verzögert den natürlichen Verfall des Körpers, was längere Zeiten zwischen dem Tod, der Aufbahrung einer verstorbenen Person und ihrer Beerdigung ermöglicht. Dies ist heute noch immer wichtig, wenn zum Beispiel Angehörige von weit her anreisen.
  • In den Vereinigten Staaten von Amerika ist auch die Aufbahrung („viewing“, „wake“) von verstorbenen Personen im offenen Sarg eine gängige Praxis. Hierfür gilt die Einbalsamierung, zu Englisch “Embalming”, oft als notwendige Voraussetzung. Viele US-Amerikanische Bestatter bieten den offenen Abschied nur an, wenn vorab eine Einbalsamierung stattgefunden hat.
  • Die sogenannte “Funeral Industry” rund um Bestattung und Leichenpflege hat sich durch das “Embalming” professionalisiert. In den USA existiert eine ganze Branche mit eigenen Schulen, Lizenzierungen und spezialisierten Dienstleistern.

Heute gilt “Embalming” in vielen Teilen der USA als selbstverständliche Option. Laut Schätzungen wird etwa die Hälfte aller Verstorbenen pro Jahr eingebalsamiert. 

Einbalsamierung in Amerika vs. Bestattungskultur in Deutschland

In Deutschland ist die Einbalsamierung keine gängige Praxis vor einer Bestattung. Dies hat verschiedene Gründe:  

  • Die meisten Bestattungen hierzulande erfolgen sehr zeitnah. Die kurzen Zeitspannen reichen meist aus, um den Verwesungsprozess bis zur Beisetzung aufzuhalten. Eine Konservierung über längere Zeit ist daher schlichtweg nicht notwendig.
  • Auch die öffentliche Aufbahrung im offenen Sarg ist in Deutschland eine sehr seltene Praxis und daher weniger institutionalisiert als in vielen Teilen der USA.

Zudem gibt es ökologische und ethische Debatten rund um die Einbalsamierung: Die eingesetzten Flüssigkeiten enthalten Konservierungs- und Desinfektionschemikalien, was langfristig für die Umwelt und die Bodenbelastung problematisch sein kann.

Einbalsamierung: Wandel der Erinnerungskultur und neue Entwicklungen

Einbalsamierung ist auch in den USA nicht mehr ganz ohne Kritik. Zunehmend gewinnen alternative Bestattungsformen an Bedeutung:

Ein verstärktes Umweltbewusstsein trägt dazu bei, dass manche Familien freiwillig auf die Einbalsamierung verzichten, damit die Umwelt nicht zusätzlich durch die beim “Embalming” verwendeten Chemikalien belastet wird. 

Das zeigt: Obwohl die Einbalsamierung tief in der Bestattungsgeschichte und -kultur der USA verwurzelt ist, verändert sich der Umgang mit dieser Praxis auch dort aufgrund von gesellschaftlichen und neuartigen Trends.

Mehr über die Bestattungskultur in den USA erfahren?

Lesen Sie auch den großen Vergleich: Bestattungen in den USA und Deutschland.

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